spuren

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich per Zufall herausgefunden, dass ich mit dem besten Freund einer guten Freundin – den wir schon über zehn Jahre kennen –, über sieben Ecken verwandt bin: Sein Onkel ist mit der Tochter des Bruders meiner Urgrossmutter verheiratet. Kapitel II: Vor einigen Wochen war eben dieser Coucousin (ich nenne ihn jetzt einfach mal so, weil ich nicht weiss, ob es für unseren Verwandtschaftsgrad überhaupt eine Bezeichnung gibt), in Bolivien unterwegs, und nachdem ich auf Facebook ein Foto von ihm kommentiert hatte, schrieb mir eine unbekannte Dame aus der Schweiz, sie sei dessen Tante und habe übrigens eine andere Nichte, die in Zürich aufgewachsen sei und seit ein paar Jahren in Santa Cruz lebe. Obwohl ich sonst nicht so darauf erpicht bin, im Ausland Schweizer_innen kennenzulernen – dies ist ja wohl ein Spezialfall! Inzwischen haben wir uns getroffen, uns gut verstanden und den Familienstammbaum analysiert. Dabei ist herausgekommen, dass mein Onkel, der auch der Onkel des anfangs erwähnten Freundes ist, der Cousin ihres Vaters ist. Und dass wir uns beide nur an die jüngste Tochter unseres gemeinsamen Onkels erinnern, dafür lebhaft und detailliert, obwohl die letzte Begegnung mit ihr ungefähr 25 Jahre zurückliegt. Facebook hat offenbart, dass wir beide – verschiedene – gemeinsame mit ihr Freunde haben. Gut, das ist jetzt nicht sooo erstaunlich 🙂 Aber ich habe noch mehr solche Geschichten auf Lager:

2008 lernte ich in der Pampa des Berner Oberlandes einen Mann kennen, der sich als der Jugend-und-immer-noch-beste-Freund eines Zürcher Bekannten von mir herausstellte. Nicht so umwerfend? OK, wie ist es damit: Der selbe Mann hatte zwanzig Jahre vor unserer Begegnung im selben Café in Berlin gejobbt wie ich fünf Jahre vor unserer Begegnung – und zwar immer noch unter dem selben Chef, dem wir dann eine Postkarte geschrieben haben. Ich meine, bitte, wie viele Cafés hat Berlin?? Es hiess übrigens «Jenseits»…

2010, kurz vor meiner Abreise in die Türkei besuchte ich das Konzert einer kurdischen Musikgruppe in Zürich, von der ich vorher noch nie gehört hatte. Eines ihrer Lieder hatte es mich so angetan, dass ich mir das Youtube-Video herunterlud. Als ich dann Monate später in meiner kurdischen Gastfamilie das Lied und den Video erwähnte, sagten sie nur: Der Mann, der in diesem Video zu sehen ist, ist unser Sohn – ein paar Monate später sollte ich ihn dann persönlich kennenlernen. Er hatte mit der Band eigentlich nichts zu tun, war aber Fernsehmoderator und Regisseur und hatte das betreffende Musikvideo produziert. OK, Berlin ist gross – aber Kurdistan ist noch grösser… :))))

Ich würde mich freuen, eure Zufalls- oder Schicksalsgeschichten zu hören… 😉

 

 

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